Beschützt uns vor den Datenkraken: Baywatch-Nixe Pamela Andersson

Urteil gegen Facebook! Yay! Und jetzt?

Beschützt uns vor den Datenkraken: Baywatch-Nixe Pamela Andersson

Beschützt uns vor den Datenkraken: Baywatch-Nixe Pamela Andersson

«Die NSA, der CIA,  der Mossad, der Geheimdienst des Imperiums, der New Yorker Bäckerverband und meine Grossmutter dürfen jederzeit auf alle Daten zugreifen, die sie während der Nutzung unserer Plattform zugänglich machen.» – das steht in den AGB der Facebook Inc.

Nicht? Und woher wollen Sie das wissen? Sie haben sie nämlich nicht gelesen, bevor sie auf «akzeptiert» klickten. Woher ich das weiss? Weil nur wenige Anwälte, einige Nerds und einige Verschwörungstheoretiker die AGB von Online-Plattformen lesen, bevor sie schnell weitermachen und endlich das Angebot nutzen dürfen.

Nun hat der Europäische Gerichtshof also entschieden, dass die USA für Facebook-Daten kein «sicherer Hafen» mehr ist. Weil da die NSA drauf zugreifen könnte. Oder irgendein anderer Drei-Buchstaben-Verein mit zwanghafter Neugier auf  Büsiföteli im Interesse der Rettung der freien Welt. Und jetzt darf Facebook unsere Daten nicht mehr in den USA speichern?

Doch, dürfen sie immer noch. Sie müssen uns nun einfach in den AGB darüber informieren, dass jederzeit irgendwer die Daten aus irgendwelchen Gründen nutzen darf. Und wir müssen dann auf «akzeptieren» klicken. Also, es geht nicht darum, dass es nicht mehr erlaubt ist, sondern dass sie uns darüber informieren müssen, was mit den Daten alles geschehen kann. Und dass wir damit einverstanden sein müssen. Das würde wahrscheinlich ungeheuer viele User dazu bringen, die AGB nicht mehr zu «akzeptieren». Vorallem, wenn sie sich dadurch von ihren eigenen Profilen aussperren würden.

Aber nehmen wir mal an, Facebook und die anderen grossen Datensammler würden jetzt ihre Server in Europa aufstellen. Juhui! Dann wären wir sicher! Ehrewort! Wenn man davon absieht, dass zum Beispiel die NSA ihre Daten in Europa nicht ausschliesslich selbst sammeln musste, sondern sie von ihren europäischen Partnerdiensten geliefert bekam. Klar, die Regeln in Europa sind schärfer, die Überwachung weniger total. Naja, ausser in der zukünftigen Schweiz, wenn die neue Überwachungsgesetzgebung durchkommt.

Wenn das Web ein Ozean ist, und Facebook & Co sind die Datenkraken, dann hat man jetzt gerade Baywatch-Nixe Pamela Andersson an den Strand gestellt und die gesamte Weltpresse schreit: «Eure Daten schwimmen jetzt sicherer!».

Fakt ist, dass bestimmte Daten nicht mehr ohne zusätzliche Information an den User in  den USA gespeichert werden können. Weil da die Sicherheit vor dem Zugriff gewisser Geheimdienste nicht gewährt ist. Das mag für die Unternehmen relevant sein. Sogar für die Rechtswissenschaftler und andere Fachkräfte, die neue Verträge aushandeln müssen.

Für den User macht das nicht den geringsten Unterschied. Der User ist für seine Daten verantwortlich, nicht der Staat, nicht das Unternehmen, nicht die Gesetze und nicht meine Grossmutter. Wir wissen nicht, was mit unseren Daten geschieht, die wir ins Netz speisen. Wir haben nicht mal die Mittel, es nachzuverfolgen oder herauszufinden.  Das Web ist nicht sicher, wird es nie sein. Solange Informationen da sind, wird es Interessengruppen geben, die darauf zugreifen wollen. Ein Teil mit Berechtigung, ein Teil illegal, egal ob Regierungsstelle oder Krimineller.

Also, schicken Sie nur die Daten ins Netz, bei denen es Ihnen egal ist, ob sie von Kraken gefressen werden. Oder lehnen Sie die AGB ab.

Aber grundsätzlich gilt: Daten, die Sie auf einem Gerät mit Internetanschluss speichern, sind öffentlich. Egal was für teure, geile Sicherheits- und Verschlüsselungssoftware Sie benutzen.

Ein Gedanke zu “Urteil gegen Facebook! Yay! Und jetzt?

  1. Du hast auf jeden Fall recht, was das Thema mit den AGB betrifft.
    Auch die Implikation, dass „wir“ nun mal Gratisdienste wollen, und dabei allzu oft gar nicht erst schauen, womit wir die bezahlen werden, ist natürlich zutreffend.
    Aber ich für meinen Teil sehe doch durchaus einen Gewinn darin, dass zumindest nicht mehr einfach geleugnet wird, dass da der eine oder andere Verein ein bisscchen arg großzügig mit rechtsstaatlichen Errungenschaften wie dem Recht auf Privatsphäre, der UNschuldsvermutung und dergleichen umgeht.
    Und die Tatsache, dass die meisten Nutzer selst schuld sind an Schüffeleien heisst nunmal nicht, dass damit automatisch jeder alles dürfte.
    Die bestehenden Gesetze mögen ein schlechter Witz sein, aber umso mehr sollte man einfordern, dass das bisschen Rechtsstaatlichkeit, das in diesem Bereich noch existiert, wenigstens teilweise auch eingehalten wird.

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