Was Andreas Glarner wirklich sagt …

Glarner, und wie er die Welt sieht .. (Bild: Watson.ch)

Glarner – und wie er die Welt sieht .. (Bild: Watson.ch)

In einem Interview im Tages-Anzeiger formuliert Andreas Glarner seine Weltsicht. Wenn er nur Gemeindepolitiker von Oberwil-Lieli wär, würds wohl nicht ins Gewicht fallen. Da er aber in Zukunft für die Asylpolitik der SVP verantwortlich ist, hab ich mir die Freiheit genommen, aufzuzeigen, was Glarners Aussagen für ein Bild der Schweiz implizieren. Im Folgenden einige Zitate und die Schlussfolgerungen.

«… Doch heute stellen die Syrer, die Einzigen, die wirklich bedroht sind, nur 12 Prozent aller Asylgesuche. …»

Hm, nach Glarners Sicht ist Syrien die einzige Region der Welt, in der Krieg herrscht und Menschenrechtsverletzungen begangen werden. Vielleicht sollte er entweder mehr reisen, oder aber häufiger die Nachrichten schauen. (oh, sorry, das ist ja die linke Lügenpresse.) Diese Aussage ist nicht nur dumm und faktenfern, sie ist menschenverachtend

Ausserdem impliziert er mit dieser Aussage, dass alle Angestellten im Bereich Flüchtlingswesen unprofessionelle Vollidioten sind, die sich täuschen lassen und ihren Job nicht beherrschen. Schliesslich werden Asylgesuche alle überprüft.

« …. Systematische Grenzkontrollen hätten als Signal eine extreme Auswirkung auf die Migration. Zudem kann man so schon Triage machen. Wenn ein Zöllner ins Auto schaut, sieht er schnell, ob es sich um Asylbewerber handelt. …»

Wieder mal kann der Asyldossierverantwortliche der SVP nicht zwischen Migranten und Flüchtlingen unterscheiden. Wenn eine Grenzkontrolle abschreckender sein soll als die lebensgefährliche Überfahrt in einer Nussschale übers Mittelmeer, dann will ich gar nicht wissen, wie sich Glarner die «Kontrollen» vorstellt. Und sicher würden unsere Zöllner nicht besonders begeistert sein, wenn sie Leute nach Rasse und Herkunft beurteilen müssen. Im Grenzwachkorps arbeiten nämlich Leute, die einige Erfahrung mit Menschen ausländischen Ursprungs haben und grundsätzlich nicht rassistisch sind.

« … da 88 Prozent der Asylsuchenden in der Schweiz nicht asylberechtigt sind.»

Nun ja, das hatten wir schon. Glarner hält alle Profis beim Staat für Vollidioten, die jeden einfach ungeprüft reinlassen. Und natürlich sind nur Syrer gefährdet. Und natürlich sind die 70 Prozent, die bei der Asylgesetzrevision nicht auf seiner Parteilinie sind, alles dumme linke Gutmenschen.

« … Diese Pauschale ( … für den Rechtsbeistand … ) wird bestimmt noch teurer werden. Wir wissen nicht, ob sich die Hilfswerke künftig absprechen, um den Preis hochzutreiben. …»

Ok, Glarner denkt also, die Hilfswerke würden sich gegen das Schweizer Volk verschwören. Hm, ich seh die kirchlichen Hilfswerke bereits bei konspirativen Treffen a la Mafia, wo sie die Flüchtingsgelder unter sich aufteilen. Und am Schluss lachen sie teuflisch, während Gott ein  dramatisches Gewitter für den Hintergrund liefert. Ein Psychiater würde das wohl Paranoia nennen.

« … Zudem klären die Medien die Bevölkerung nicht auf. Da werden Bilder von angeblich dramatischen Fluchtszenen gefälscht. …»

Ja, eine Verschwörung der Medien kontrolliert auch die Bilder von Facebook, Twitter und eigentlich das ganze Internet. Und die Medien machen das nur, um die SVP schlecht aussehen zu lassen. Ich schwör! Hier spürt man den Realitätsverlust innerhalb der SVP, wie ihn Übervater Blocher schon erleiden musste, als er die Medien mit der NSDAP verglich. Armer Herr Glarner.

Dies sind nur ein paar Auszüge. Das ganze Interview entlarvt den Menschen Glarner als herzlos und unschweizerisch.

 

4 Gedanken zu “Was Andreas Glarner wirklich sagt …

  1. Okay,in einem hat er Recht,Wirtsschaftsflüchtlinge also Schwarze wo wir viele haben ,die gehören sicher nicht zu unserem Sozialsystem.Syrische Flüchtlinge sollten auch Oberwil-Lieli aufnehmen da hat es Frauen und Kinder und die haben ein Recht auf Frieden

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  2. Danke Reda für die Rede,
    Je mehr Journalismus dieser Art gemacht wird, umso besser können wir die Verblendung der Gesellschaft stoppen – an der die Medien leider doch einen grossen Teil der Verantwortung haben.
    Anstatt mit klicksgenerierenden Titeln bloss die dummen Aussagen von rechtspopulistischen Politikern zu verbreiten, müssten deren Aussagen gleichzeitig durch eine kritische Analyse zerlegt werden. Ansonsten sind Medien wie der Tagesanzeiger und die NZZ einfach nur Handlanger von Lügnern und intellektuellen Brandstiftern. Leider scheint mir das allzuoft der Fall.

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