Die Notwendigkeit der «Nazi-Keule»

Jüdische Flüchtlinge 1938

Jüdische Flüchtlinge 1938

Sadistisches Lächeln, böse Augen, SS-Uniform und natürlich die Reitpeitsche – so stellt sich der Duchschnittsbürger einen Nazi vor. Und natürlich will, kann niemand mit diesem Inbegriff des Bösen verglichen werden. Die Naziverbrechen sind unaussprechlich und können nicht als Vergleich für irgendetwas anderes ausser Völkermord herangezogen werden. Aber es gibt einen Unterschied zwischen der NSDAP und den Nazi-Verbrechen.

Die «Nazis» waren nicht nur die Organisatoren der Judenvernichtung. Sie waren zu Beginn, also vor dem Krieg, eine ganz normale, demagogische Rechtspartei, wie wir sie heute überall in Europa finden. Die Parteimitglieder der NSDAP waren zu 95 Prozent keine Schlächter und Sadisten, sondern einfach schlecht oder falsch informierte, verhetzte, ängstliche Menschen, die einer verbrecherischen Parteiführung die Legitimität gaben, um zuerst Deutschland und danach die ganze Welt in ein Blutbad zu stürzen.

Der durchschnittliche Nazi-Parteigänger war kein Bösewicht, sondern der Nachbar, der Handwerker, der Pöstler. Sie haben nie Menschen eigenhändig umgebracht, sie haben nur aus persönlicher, bewirtschafteter Angst den Schlächtern die Führung überlassen. Sie sind den Demagogen und Führern wie Schafe in den blutigen Untergang Europas gefolgt.

Die NSDAP konnte Feindbilder und Angst erzeugen, bis sie die Legitimation für einen Angriffskrieg gegen Polen hatten. Niemand von den NSDAP-Parteigängern dachte «Lass uns böse sein und einen Weltkrieg beginnen». Die Parteimitglieder glaubten einfach der Hetze und gaben in ihrer Angst nach, wie es auch heute wieder der Fall ist.

Der Unterschied zwischen NSDAP-Anhängern und den Wählern der Rechtsaussen-Parteien im Europa von heute ist nicht besonders gross. Die Inhalte und die demagogischen Parolen unterscheiden sich eigentlich nur durch die Ziele der Angst und des Hasses, sind aber funktional identisch.

In der Schweiz ist das Ganze noch ein wenig komplizierter, weil wir uns mit der Aufarbeitung unserer Verantwortung im 2. Weltkrieg schwer tun. Niemand will daran erinnert werden, dass wir damals mit den gleichen Argumenten wie heute («Das Boot ist voll») Flüchtlinge an der Grenze zurück in die Lager der deutschen Vernichtungsmaschine schickten.

Zieht man Vergleiche zwischen den Mechanismen der heutigen Rechtsaussenparteien und den damaligen Schweizer Fröntlern – oder ihrem grossen Bruder, der NSDAP –  hört man gleich den Vorwurf der Nazi-Keule. Dabei ist das Argumentarium, die Tonalität und sogar die Bildsprache nahezu identisch. Auch das Aushebeln internationaler Verträge (MEI und Anti-Menschenrechtsinitiative) entsprechen im Geiste dem nationalistischen Wahn der Vorkriegsjahre.

Natürlich will keiner hören, dass er der gleichen Manipulation folgt wie die damaligen Parteigänger der NSDAP.

Wenn man aber als Anhänger einer der demagogischen Rechtsparteien so sicher ist, dass man nicht den gleichen Mechanismen ausgeliefert ist, kann man sich ja dem Vergleich stellen und ihn in Wort, Bild und politischen Anliegen überprüfen, ganz ohne Angst, Parallelen entdecken zu müssen. Und dann wäre vielleicht auch die Nazi-Keule nicht notwendig.

Wenn man die Parallelen des heutigen politischen Vorgehens mit der Geschichte nicht mehr aufzeigen darf, ohne mit der «Nazi-Keule»-Keule niedergeschrien zu werden, können wir nicht aus der Geschichte lernen.

Und wenn wir nicht aus der Geschichte lernen können, sind wir dazu verflucht, sie zu wiederholen.

30 Gedanken zu “Die Notwendigkeit der «Nazi-Keule»

  1. Sind wirklich nur Ungebildete (Handwerke und Pöstler…) auf die Nazis reingefallen? Mir scheint, heute wie damals sind auch die Gebildeten nicht dagegen gefeit, auf rechtsextreme Angstmacher reinzufallen. Ansonsten kann man Deiner Argumentation auf der ganzen Linie folgen.

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    1. Leute mit Hochschulabschluss machten damals gerade mal 12 Prozent der männlichen Bevölkerung aus. Gebildete waren oft in den Kadern der jeweiligen Ortsparteien zu finden.

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  2. Man muss nun nicht unbedingt ein Anhänger von Daniel Goldhagen sein – der «Hitlers willigen Vollstreckern» samt und sonders einen ausgeprägten eliminatorischen Antisemitismus unterstellte – um der Aussage zu widersprechen, dass der durchschnittliceh «Nazi-Parteigänger (…) kein Bösewicht» war (mal davon abgesehen, dass «Bösewicht» eine politisch mehr als wacklige Kategorie ist). Man muss dazu lediglich zur Kenntnis nehmen, dass Studien immer wieder zum Schluss kommen, dass das was man früher autoritäre Persönlichkeit genannt hat, nicht nur historisch recht virulent war (zumal in Deutschland in den 30ern ff.) sondern auch heutzutage allenthalben angetroffen werden dürfte. Der Hang zum Antisemitismus, zum Rassismus, zur Autoritärsunterwerfung etc. etc. sollte zumindest in der Gestalt anerkannt werden, dass man den Nachbarn, Pöstler oder Handwerker nicht einfach vom Schlächter abgrenzt – zumal auch ein Eichmann nicht unbedingt die Kriterien des Sadisten erfüllt. Ich halte den Artikel für eine Verharmlosung nicht nur der Tragweite der deutschen völkischen Gemeinschaft sondern auch des schrecklichen Potentials, das in den ganz gewöhnlichen Bürgern dieses Staates steckt.

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    1. Die ethische Abgrenzung findet in der Verführung zum Bösen statt. „Mitläufer“ sind ethisch mitberantwortlich, Täter sind Täter.

      Täter sind nicht zu überzeugen, Mitläufer kann man noch erreichen.

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  3. Beängstigend. Hab während der Lektüre am Tisch nebenan gehört, wie doch den Ausländern alles nachgeschmissen würde und die Schweizer brutal vom Arbeitsmarkt gedrängt würden, obschon sie noch 10 Jahre Erwerbsleben vor sich haben.
    Ich denke, unsere Arbeitsplatzsituation treibt auch Menschen mit mittlerer Bildung in die Arme der Rechten Geiferer… Hinzu kommen Wohnungsnot und Mietpreise. Da ist es dann halt einfach, die „Ausländer“ als Sündenböcke hinzustellen. Sowieso: tolle Argumentation wieder mal, Hut ab!

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  4. Wenn eindeutig rassistisches gesagt wird, ok. Dies ist jedoch häufig nicht der Fall. Ich gebe euch ein Beispiel und sage folgendes:

    Zwischen der heutigen Zeit und der damaligen gibt es Unterschiede. Die Juden lebten seit Jahrhunderten in Deutschland. Sie machten einen sehr kleinen Prozentsatz aus. Sie beherrschten die Sprache, sie arbeiteten. Es ist mir nicht bekannt, dass sie häufiger kriminell waren, als Christen, oder schlechter gebildet.
    Heutzutage ist es anders. Wir hatten es nach dem Zweiten Weltkrieg mit einer grossen Anzahl an Menschen zu tun, die innert kurzer Zeit eingewandert sind. Viele davon waren ungebildet und stammen von aus unserer Sicht fernen Kulturen mit völlig unterschiedlichen Mentalitäten und Ansichten. Viele von ihnen mögen gut integriert und hoch anständig sein. Dennoch gibt es unter ihnen überproportional viele Problemfälle, unter denen die hiesige Bevölkerung zu leiden hat. Die Kriminalitätsrate ist für diese Nationalitäten höher, als für andere. Auch kommt es bei diesen Nationalitäten viel häufiger zu nicht strafrechtlich relevanten, jedoch ärgerlichem Verhalten. Kommt hinzu, dass die Statistiken noch viel schlechter ausfallen würden, wären nicht schon viele Problemfälle eingebürgert worden. Die Aufregung über diese Problemfälle wird häufig als Rassismus abgetan. Dies ist nicht nur falsch und ungerecht, es verschlechtert die Stimmung im Lande. Denn einerseits muss man das genannte Verhalten ertragen, andererseits muss man sich noch als Rassist beschimpfen lassen.

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    1. Naja, dann haben ihrer Meinung nach die Juden also den Tod nicht verdient. Aber die anderen Ausländer heute können wir ruhig verrecken lassen, weil sie sich nicht vom 1. Tag an integrieren.

      Sorry, mich kotzt solcher Dreck nich mehr an, wenn er in pseudorationaler Aufmachung daher kommt. Da sind mir echte Rassisten lieber, die stehen wenigstens offen zu ihrer kaputten Seele.

      Sie hingegen suchen genau wie die Fröntler damals Gründe, um Menschen in Not nicht helfen zu müssen, weil SIE sich dabei etwas unwohl fühlen. In einem der reichsten Ländern der Welt. Ohne dass Sie auf irgendwas verzichten müssen.

      Das ist widerlich.

      PS: Ihre Weltsicht bricht sicher zusammen, wenn Sie erfahren, dass die Kriminalitätsrate insgesamt und die Verbrechensrate bei Flüchtlingen im Speziellen zurückgegangen ist. In absoluten Zahlen bei viel mehr Flüchtlingen. Checken Sie erst die Fakten, bevor Sie ganze Kulturkreise vorverurteilen.

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      1. Ein Kommentar, wie er vom Stil, wenn auch nicht vom Inhalt her, von der SVP stammen könnte.

        Sie legen mir Worte in den Mund, die ich nie gesagt habe. Wenn sich jemand Mühe gibt mit der Integration, es jedoch nicht von Anfang an klappt, habe ich absolut Verständnis. Das Problem sind jene, die sich gar nicht integrieren wollen, oder sich asozial verhalten.

        Von humanitärer Hilfe war gar nicht die Rede. Niemand soll sterben, bloss weil er sich nicht integriert. Dann schlucken wir lieber die Kröte und lassen ihn hier leben. Nur sind Länder wie die Türkei, oder Länder auf dem Balkan nicht von Krieg bedroht. Dies gilt auch für viele afrikanische Länder. Natürlich müssen wir helfen. Wir müssen aber nicht so masorchistisch sein und uns alles gefallen lassen.

        Genau solche Sprüche von wegen, man würde sich wie Fröntler verhalten, sind vollkommen unbegründet. Es lässt sich eben doch objektiv sagen, dass die Juden damals kein Problem darstellten. Ich habe das schon beschrieben. Wir haben es mit Leuten zu tun, die in einer grossen Anzahl aus fernen Kulturen hierher kamen und ungebildet sind. Das sind absolut andere Voraussetzungen.

        Die Kriminalitätsrate ist also zurückgegangen. Und dennoch ist sie höher, als bei Schweizern. Und das asoziale Verhalten, dass ich mir Ihrer Meinung nach wohl einbilde, taucht nirgendwo in einer Statistik auf.

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      2. Naja, wenn man sich zu solchen Sachen äussert, sollte man auch eine Ahnung von zahlen haben. Bereinigt man die Statistik der Ausländerkriminalität nach Tätergruppen, also auf Männer zwischen 18 und 60, enttsprechen die Zahlen wieder mehr oder weniger denen der Schweizer. Der Anteil an Frauen, Kinder und vor allem Alten im Schweizer Teil der Gesellschaft ist um das x-fache höher. Und die begehen kaum Straftaten.

        Dann ist der Ausländeranteil in der Schweiz so hoch, weil die Einbürgerumskriterien die ansprochvollsten in Europa sind.

        Und wieder: Kriminalität nach Kultur zuzuordnen ist rassistisch. Per Definition.

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      3. In den Statistiken sind alle Ausländer drin. Auch die gut gebildeten (Deutsche, Engländer usw.), die weniger häufig kriminell sind. Die gut gebildeten verfälschen die Statistik zu Gunsten der Ausländer. Und ich habe mich nicht gegen die Einwanderung gut gebildeter ausgesprochen. Kommt das Problem mit den bereits eingebürgerten. Diese verfälschen die Statistik gleich doppelt. Nicht nur tauchen sie bei den Ausländern nicht mehr auf, sondern gehen auf das Konto der Schweizer.

        Es gibt übrigens Experten, die dies anders sehen, als Du. Beispielsweise Strafrechtsprofessor Martin Kilias, der nun alles andere als rechts ist.

        Die Einbürgerungskriterien sind nicht wirklich hoch. Mag sein, dass sie anderswo noch geringer sind. Es kann vielleicht lange dauern und teuer sein. Aber gerade Secondos haben geringe Probleme. Es kommt auch auf die Gemeinde an.

        Wie gesagt, wir haben es gerade nur von der Kriminalität. Von der sind die wenigsten betroffen. Nicht strafrechtlich relevantes, aber asoziales Verhalten wird nirgendwo erfasst.

        Bezüglich der Kultur: Ich habe nicht gesagt, Kultur X sei krimineller als Kultur Y. Aber es ist klar, dass unterschiedliche Mentalitäten und Ansichten die Probleme verschärfen können. In manchen Regionen der Welt werden Frauen beispielsweise als minderwertiger betrachtet, als anderswo. Ich will damit nicht sagen, dass bei uns Dinge wie Frauenfeindlichkeit ausgestorben seien.

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      4. Tut mir leid, aber was du da erzählst bestätigt mich, es widerlegt mich nicht.

        Kriminalstatistiken nach dem Kriterium „Schweizer oder nicht“ sind totaler Humbug.

        Geschlecht, Bildung, Einkommen, soziales Umfeld sind aussagekräftig, kann dir jeder Soziologe bestätigen. Strafrechtsprofessoren kennen sich nicht zwingend mit statistischer Methodik und wissenschaftlicher Fragestellung aus, sondern eher mit eben Strafrecht.

        Was die Frauenfeindlichkeit angeht: Jede dritte Frau in Europa ist in ihrem Leben (meist vor 25) sexueller Gewalt ausgesetzt. Aus der Familie, dem Freundeskreis, am Arbeitsplatz und in der Partnerschaft.

        Frauenfeindlichkeit ist das Problem von Männern. Die kulturelle Überheblichkeit die aus deinen Worten sprcht, zeugt von Ignoranz. Obwohl Frauen in islamischen Ländern oft extrem benachteiligt sind, fühlen sich die meisten in ihrer eigenen kultur zwar nicht freier, aber sicherer.

        Hier gelten unsere Regeln, und jeder, der sich darüber hinwegsetzt, muss die Konsequenzen tragen.

        Aber bei der Auswahl an der Grenze ein racial profiling zu erstellen ist nun mal rassistisch.

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      5. Du sagst, Geschlecht, Bildung, Einkommen, soziales Umfeld seien ausschlaggebend. Ich sage nicht viel anders. Ich habe nicht behauptet, diese Leute seien von Haus auf schlecht, oder gar aus genetischen Gründen. Ich sage ja, es sind ungebildete. Sie kommen nun mal aus Länder und Regionen, die bezüglich Bildung, Aufklärung und Demokratie unterentwickelt sind. Dies bleiben sie sehr wahrscheinlich auch nicht auf ewig. Es ist demnach auch nicht wirklich ein Racial Profiling.

        Bezüglich den Frauenrechten. Es ist ja nicht so, dass Ausländer in der Schweiz Frauen besser behandeln. In der Tendenz eher schlechter, da einige Ausländer aus Länder oder Regionen kommen, wo Frauen eben noch wesentlich schlechter gestellt sind. Die Silvesternacht hat es ja gezeigt. Klar gibt es solche Phänomene auch bei Schweizern. Es gibt sowieso alles bei allen. Asoziale, Kriminelle etc. Aber aufgrund der Gegebenheiten, die ich genannt habe eben mehr bei ungebildeten Ausländern.

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      6. Also doch das Vorurteil, die Fakten sprechen klar eine andere Sprache.

        Bei über 90 Prozent der sexuellen Übergriffe ist Alkohol im Spiel. Alkohol ist per Definition unsere Kulturdroge.

        Aber egal. Du willst, dass deine Wahrnehmung der „Fremden“ als kulturell unterlegen nicht in Frage gestellt wird. Dazu missdeutest du Statistiken, gibst dein diffuses Gefühl aus den Medien als Fakten aus und legst jede Information bias aus.

        Das nennt man Rassismus. Du kannst es nachher natürlich wieder relativieren, aber eigetnlich sagst du genau das: Die aus diesen Kulturkreisen sind schlechter.

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      7. Grundsätzlich: Wenn du denkst, dass unsere Gesetze nicht ausreichen, um unsere Gesellschaft zu schützen, und zum Schluss kommst, man müsse die Menschen nach Herkunft vorverurteilen und an der Grenze aussortieren, dann bist du per Definition ein Rassist.

        Wenn du wirklich annimmst, dass vor dem Gesetz nicht alle, ohne Ansehen der Rasse, der Herkunft, der Religion, der sexuellen Orientierung und des Besitzes gleich sind, dann bist du ein Antidemokrat.

        Ich weiss, das tönt beides nicht hübsch. Aber bei diesen Sachen beurteilt man sich nicht selbst, sondern seine Handlungen und Äusserungen legen Zeignis ab. Bei dir die obigen Kommentare.

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      8. In 90 Prozent der Fälle sei Alkohol im Spiel, welche unsere Kulturdroge ist. Was möchtest Du damit sagen? Soll das ein Indiz sein, dass sexuelle Übergriffe eher von Inländern begangen werden. Als ob nur Inländer Alkohol trinken können. Ich glaube da redest eher Du an den Fakten vorbei.

        Wo habe ich gesagt, der Fremde sei kulturell unterlegen? Weil ich gesagt habe, es gäbe unterentwickelte Länder? So etwas in Frage zu stellen zeugt doch von ideologischer Verblendung. Was nicht sein darf, kann auch nicht sein.
        Auch dass in gewissen Regionen der Erde Frauen als minderwertig gelten, ist ein Fakt. Aber für wen nicht alle Menschen genau gleich sind – und ich meine nicht vom Gesetz her – ist eben Rassist. Dabei haben Menschen, und das haben wir zu Genüge diskutiert, völlig andere kulturelle und sozioökonomische Hintergründe, was eben Unterschiede hervorbringt. Es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre und alle gleich wären.

        Bei der Einwanderung zu selektieren, soll also rassistisch sein. Oder anders gesagt, wessen Motto nicht One World One State ist, ist Rassist. Interessant, was alles rassistisch ist. Ich beurteile die Leute nicht nach Rasse, sondern nach Verhalten. Das ist, auch wenn es Dir nicht in den Kram passt, nicht Rassismus. Ich habe ja gesagt, es gehe mir um ungebildete aus fernen Kulturen. Das Wort ungebildete hast Du „überlesen“.

        Doch, alle Menschen jeglicher Rasse (falls man überhaupt von Rasse sprechen kann) der Herkunft, der Religion, der sexuellen Orientierung und des Besitzes sind vor Gesetz gleich. Wo habe ich das bestritten? Das sind Worte, die Du mir in den Mund legst – so von wegen Fakten.

        Und meine Ansichten habe ich nicht von den Medien. Ich lebe seit Geburt hier und sehe es jeden Tag im alltäglichen Leben, wie sich gewisse Menschen verhalten.

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      9. Hm, also „ungebildete aus fernen Ländern“ willst du nicht. Wenn du das auf Flüchtlinge beziehst, bist du nicht nur ein Rassist, der Leute nach Herkunft verrecken lassen will, sondern auch noch ein zynisches Arschloch.

        Und grundsätzlich: Nach deiner Logik dürften Schweizer zum Beispiel nicht mehr nach Kambodscha. Da dort doch einige Schweizer als Pädophile im Knast sitzen, muss man davon ausgehen, dass alle Schweizer Kinderficker sind. Oder alle Katholiken.

        Ich bin hier zur Welt gekommen, bin in dieser Kultur aufgewachsen und habe die Werte von hier im Blut. Ich habe aber auch in anderen Kulturen gelebt.

        Eines ist offensichtlich: Deine Werte haben mehr mit der Fremdenfeindlichkeit und der Arroganz fundamentalistischer Kulturen zu tun.

        Du schwafelst zwar davon, dass alle Menschen gleichwertig sind, aber im nächsten Satz wertest du Menschen, die nicht über eine von dir festgesetzte Kultur oder Bildung verfügen, minderwertig sind und hier nichts verloren haben.

        Sorry, du kannst noch so schön rationalisieren und um den Dreck herumreden, den du verbreitest. Du bist leider trotzdem ein Rassist. Du machst es zwar nicht an der Rasse fest, aber an der Herkunft, dem Besitz (Bildung) und an der Kultur.

        Du magst vielleicht dir selbst was vormachen, aber die Leser werden es unter dem Geschwafel erkennen.

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      10. Ja, ungebildete aus fernen Ländern, da es überproportional häufig zu asozialem Verhalten kommt. Das Verhalten ist ausschlaggebend. Jetzt kommst Du wieder mit den Flüchtlingen. Du liest genau das, was Du lesen willst. Erstens habe ich es gar nicht von den Flüchtlingen gehabt, zweitens sterben diese eher wegen Leuten wie Dir. Weil Leute wie Du ihnen Hoffnung machen, ertrinken sie. Eine unangenehme Wahrheit, ich weiss. Dass Du beleidigend wirst, zeugt nicht gerade von Intelligenz, geschweige denn von Argumenten.

        Das mit Kambodscha ist ein gutes Beispiel. Ich würde es den Kambodschanern niemals übel nehmen, wenn sie Schweizer genau aus diesem Grund nicht einreisen liessen. Alle Schweizer sollen demnach Kinderficker sein. Auch jetzt liest Du wieder, was Du willst. Ich habe nie gesagt, alle Leute seien so, oder so. Ich habe von überproportional häufigem asozialem Verhalten gesprochen. Ich schere nie alle über einen Kamm.

        Nein, ich mache es nicht an der Rasse fest. Gebildete dürfen meiner Meinung nach kommen. Auch aus fernen Kulturen. Ich habe nicht gesagt, ungebildete, oder Leute aus anderen Kulturen seien minderwertig. Ich habe geschrieben, dass es bei den genannten überproportional häufig zu asozialem Verhalten kommt. Und das Verhalten ist es, das den Ausschlag gibt. Genauso wie ungebildete Schweizer ebenfalls häufiger asozial sind. Die können wir leider nicht ausschaffen, das sind unsere Problemfälle.

        Du kannst mich noch ein paar Mal gebetsmühlenartig als Rassist beschimpfen. Je öfter Du es sagst, desto wahrer wird es bekanntlich.

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  5. Herr Hofstetter. Sie sind ja kein Nazi aber…ihre Wortwahl und ihre Argumente decken sich schon wahnsinnig mit denen der Nazis…

    Die Fremdbezeichnung „Asoziale“ (Kompositum aus α privativum und lat. socius „gemeinsam, verbunden, verbündet“, s. a. Asozialität) im NS-Sprachgebrauch disqualifiziert Individuen oder soziale Gruppen – in der Regel aus den Unterschichten – als unfähig oder unwillig zur geforderten Einordnung in eine imaginär als „Kollektiv“ konstruierte soziale Gemeinschaft.[1] In der Zeit des Nationalsozialismus war der Begriff „Asoziale“ eine übliche Sammelbezeichnung für als „minderwertig“ bezeichnete Menschen aus den sozialen Unterschichten („Ballastexistenzen“), die nach NS-Auffassung sozialen Randgruppen zugehörten oder schwere Leistungs- und Anpassungsdefizite aufzuweisen hätten. Menschen und Menschengruppen wurden so als Ressourcen verbrauchende „Schädlinge“ und „unnütze Esser“ etikettiert, für die die als „gutwillig“ und „fleißig“ bezeichnete Mehrheit der „Volksgemeinschaft“ zu ihrem Nachteil aufkommen müsse.

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  6. Ob KOPAREO und REDDER auch im Alltag tatsächlich so vorurteilslos und vorbehaltslos gegenüber Allem und Jedem sind, nähme mich ja wunder… per eurer Definition bin ich jedenfalls Rassist. Das ist jetzt aber blöd, denn wusste ich gar nicht! Lief einfach so blind als Rassist durchs leben und habs gar nicht gemerkt! Herr Hofstetters Geduld ist bewundernswert, er hat sich im Gegensatz zu REDDER nicht ins Bockshorn jagen lassen!

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    1. Noch besser, als dich selbst als Rassist zu outen wär, wenn du den Text verstehen würdest, auf den du kommentierst. Anhand dessen halte ich dich nicht für einen Rassisten, sondern für einen Vollidioten. Jänu.

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  7. Schade, und ich dachte schon, wir könnten Freunde werden… jänu! Dein Kommentar aber sagt wohl mehr über den Verfasser aus, als über den Adressaten! Aber das ist dir bestimmt so egal wie mir der ,,Vollidiot“.

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  8. Wenn wir nun „schon wieder“ bei der Nazikkeule sind: Gibt es den unter Linken und Muslimen keine Antisemiten? Welche Keule darf denn dort verwendet werden? Sorry, Reda. Die Nazikeule kannst du wieder einstecken. Aus jüdischer Sicht ist das vielleicht eine gut gemeinte, aber letztendlich nur hohle Geste.

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    1. Naja, offenbar bedeutet Ihnen „Nazi“ nur Antisemitismus und Holocaust. Dass diese Leute ganz Europa bis nach Nordafrika und Russland in Trümmer gelegt haben, ist wohl nur eine Fussnote der Geschichte. Das Bild ist immer etwas breiter.

      Und gerade Juden sollten wissen, wohin es führt, wenn man einer religiösen Gruppe per Gesetz Kleidervorsschriften macht.

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  9. Wenn man nur die Geschichte des dritten Reiches nimmt ist das gefährlich. Bei dem Zustrom an fremder Kultur, sollte man sich langsam aber sicher, mit der Geschichte der Indianer auseinandersetzen. Die waren gegenüber den neuen Siedlern auch sehr naiv. Was aus ihnen wurde sieht man heute. Die Europäer sind gerade auf dem Weg, den die Indianer längst hinter sich haben. Ausmerzen der Kultur durch einströmende Volkermassen aus Afrika.

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    1. Ach gähn. Wenn Flüchtlinge mit überlegenen Waffen und in Armeen einwandern, unsere Supermärkte leerfressen, uns Dekcne mit Pocken geben und „El Dorade“ rufen, bevor sie den Paradeplatz plündern, werd ich mir solchen Scheiss anhören. Vorher nicht.

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  10. Die Stossrichtung des Artikels gefällt mir sehr. Keine Mensch ist einfach böse, und neben den Emporkömmlingen, die ihre Chance wittern und zur Hetze ansetzen, ist der grosse Teil der Menschen verunsichert und sucht nach einfachen Lösungen, die sie sich allerdings tatsächlich wieder alles als gut gemeint einreden. Böse sind immer nur die Andern.
    Bei den grossen Gemeinsamkeiten zwischen den heutigen Rechten und den Nationalsozialisten gibt es aber gewaltige Unterschiede.
    Du setzt auf Twitter Burkaverbot und Judenstern gleich. Der Vergleich hinkt an so vielen Stellen, dass ich ihn für total daneben halte. Der Judenstern wurde zur sichtbaren Ausgrenzung eingeführt, das Burkaverbot soll dagegen kulturelle Unterschiede verwischen. Ich bezweifle, dass letzteres wirklich in allen Fällen aus rassistischen Motiven geschieht. Auf jeden Fall ähnelt das Burkaverbot damit eher dem gesellschaftlichen Assimilationsdruck auf die Juden des 19. Jh. (wobei die Assimilation durch die Nazis dann auf rassistische Weise wieder zurückgenommen wurde, aber man kann das 19. Jh. nicht für das 20. Jh. bestrafen). Jemandem zu unterstellen, er sei von der biologischen Ungleichheit der Menschen überzeugt, weil er bestimmte kulturelle Praktiken ablehnt, halte ich für falsch.
    Hierbei zeigt sich, dass die Burkadebatte zur Unzeit kommt. Nicht nur, weil ein Burkaverbot in Mitteleuropa ungefähr so sinnvoll ist wie ein Velofahrverbot für Elefanten (Haben keinen Daumen zum Klingeln! So viele Verkehrstote, Millionen Verkehrstote im Jahr 2020!!1!111!!!).
    Sie zeigt auch, dass Gräben aufreissen, die noch im 19. Jh. virulent waren, für den Nationalchauvinismus des 20. Jh. aber vollkommen irrelevant geworden waren und uns deshalb fremd sind, nämlich religiöse. Für einen Christen ist ein getaufter Jude ein Christ, für einen Rassisten bleibt er Jude. Es ist kein Wunder, dass gerade im atheistischen deutschen Osten trotz Abwesenheit von Moslems die Unsicherheit grösser ist als bei den meisten Kirchgängern. Die Gleichsetzung einer radikal rassistischen Grundhaltung aber mit einer Forderung nach einer kulturellen Hegenomie stimmt einfach hinten und vorne nicht, und genau dort beginnen Menschen, die man vielleicht noch erreichen könnte, sich zu Recht in eine Ecke gestellt zu sehen, in der sie nicht stehen. Die AfD ist solange als rassistisch kritisiert worden, bis alle Nicht-Rassisten entweder gegangen sind oder mit der ist-der-Ruf-erst-ruiniert-Haltung sich um Differenzierungen gar nicht mehr kümmern. (Okay, Blocher hat schon lange vor der intellektuellen Geiselnahme der Schweiz 1992 das südafrikanische Apartheitsregime gestützt, der ist anscheinend wirklich ein 100%iger Rassist.)
    Da die Nazikeule inzwischen total abgenutzt ist – mir zumindest kommt’s zu den Ohren raus –, würde ich die Sonderbundskeule vorschlagen:
    Weil die Konstellation ähnlich ist – grundlegender Wandel in Ökonomie, öffentlicher Kommunikation (Pressefreiheit von 1831) – und deshalb zu einer ähnlich starken Radikalisierung von progressiven und reaktionären Kräften führte (das allerdings auch mit dem Beginn des Radios und der beginnenden Bürogesellschaft in den 1920ern).
    Weil die ökonomischen und kommunikationstechnischen Zwänge zu transnationalen (Kantone waren damals eigene Staaten!) Lösungen drängten. Das Internet und der Freihandel hören im 21. Jh. ebenso wenig an der Grenze auf wie im 19. Jh. Tageszeitungen und internationaler Handel (z.B. englische, nach Indien ausgelagerte Textilindustrie).
    Weil die Ängste genuin religiös aufgeladen waren und sich deshalb ähnliche Phänomene einstellten. Die Freischaaren sind aufgrund der Einsetzung der Jesuiten gen Luzern gezogen, heute hat es Imame in Winterthurer Moscheen.
    Weil es deutlich machen würde, wie absurd die Vorstellung ist, heutzutage könnten sich Anhänger abrahamitischer Glaubensgemeinschaften noch wegen der Religion erschiessen, und den Rassismus, wenn er denn vorhanden ist, umso deutlicher an den Tag bringen würde.
    Weil es schlussendlich deutlich machen würde, das schlussendlich auch der radikale Islam nichts mit Religion zu tun hat, sondern mit globalen Machtkonstellationen.
    Nur ’ne Idee. Aber ’ne gute, muss ich neidlos (stammt ja auch von mir) anerkennen.

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    1. Der Vergleich zielt auf die Funktion von Abwertung und Feindbild, nicht auf kulturelle Mechanismen. Die greifen sowieso nicht, weil sich die Hetzer (darunter hierzulande serh viele Christen) und die fundemantalistsichen Moslems in ihren Werten einander näher stehen als der freiheitlichen Idee.

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  11. Redder, wir sind an anderen Orten bei anderen Themen schon böse aneinander geraten, aber bei diesem Artikel kriegst Du von mir einfach ein „Daumen hoch“. Man muss die Dinge beim Namen nennen!

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