Zum 1. August: Patriotismus vs Heimatliebe

Patriotismus

«Wenn’s Ihnen nicht passt, können Sie ja wieder dahin gehen, wo Sie geboren wurden!», ist einer der häufigsten Sätze, die ich seit einiger Zeit in Kommentaren und in den sozialen Medien hören darf.

Das ist nicht nett. Ich stelle mir dann immer vor, wie ich nach langem, staubigen Marsch, mit zwei alten Koffern, altem Mantel und ausgetragenen Schuhen traurig vor der Tür der Maternité des Zürcher Triemlispitals stehe und um ein Zimmer bitte.

Ich habe mein ganzes Leben mit einem arabischen Namen in der Schweiz verbracht. Eigentlich ist mein Nachname sogar der Prototyp des arabischen Namens: «El Arbi» bedeutet wörtlich «von Arabien». Natürlich würde man annehmen, der Name sei eine Steilvorlage, um als Kind oder Jugendlicher angefeindet zu werden. Aber ich habe erst in den letzten zehn Jahren effektiv Fremdenfeindlichkeit erfahren müssen.

Heute muss ich in Diskussionen anführen, ich sei in der Schweiz geboren. Darauf werfen findige Fremdenfeinde ein, ich solle halt dahin gehen, wo meine Vorfahren herkämen. Aber ehrlich, ich will nicht wieder in die Aargauer Provinz. Da hat der Schweizer Zweig meiner Familie in den letzten zwei Jahrhunderten gelebt. Vielen dieser Hurra-Patrioten scheint nicht bewusst zu sein, dass es Gegenden gibt, in denen Vater und Mutter verschiedene Stammbäume aufweisen und nicht aus derselben Familie stammen.

Die Schweizer Identität

Zur Zeit ist dieser abwertende und ausgrenzende Nationalismus gerade wieder in Mode. Lange war es in der Schweiz verpönt, zu patriotisch aufzutreten. Eine Schweizer Fahne zu schwingen war für viele ein Unding, selbst an Fussballmeisterschaften. Inzwischen hat sich das zum Glück geändert. Heute darf man sein Heimatland wieder loben, ohne gleich als ewiggestriger Nationalist dazustehen. Trotzdem sollte man politischen Patriotismus und Nationalismus nicht einfach mit der Liebe zur Heimat gleichstellen.

Während die Heimatliebe ein positives Gefühl für ein real existierendes Gebilde ausdrückt, ist politischer Patriotismus immer ein Instrument, um andere abzuwerten. Er wird eingesetzt, um die Unterschiede hervorzuheben. Während Patriotismus im letzten Jahrhundert von politischen Kräften hauptsächlich dazu benutzt wurde, um andere Länder als minderwertig darzustellen, wird er heute vor allem instrumentalisiert, um dem politischen Gegner im Inland die Heimatliebe abzusprechen. Man ist nicht mehr Schweizer, man ist «Eidgenoss». Die ethnische Herkunft scheint wichtiger zu sein als die Nationalität.

«Fühlst du dich mehr als Nordafrikaner oder als Schweizer?», fragten mich die Leute früher oft. Für mich war die Antwort wohl einfacher als für viele meiner italienischstämmigen oder türkischen Freunde. Ich verbrachte kaum Zeit im Heimatland meines Vaters, während meine Freunde ihre Schulferien in den Herkunftsländern ihrer Eltern verlebten, die Sprache sprachen und ihr Herz natürlich für den Fussballclub des jeweiligen Landes schlug. Hier fühlten sie sich nicht heimisch, und im Süden waren sie die «Schweizer».

Ich selbst fühlte mich nie zerrissen. Für mich war immer klar, dass ich der westlich-abendländischen Kultur entsprang, Mitteleuropa, der Schweiz. Aber fühlte ich mich als Schweizer? Lange fühlte ich mich als Zürcher, mit einer Identität, die nicht über die Stadtgrenzen hinausreichte. Die Stadt war cool, das Land spiessig.

Erst meine Reisen in andere Länder haben mir gezeigt, wie privilegiert wir Schweizer sind, wie unglaublich grossartig es ist, in einem Land mit direkter Demokratie und funktionierendem Staat zu leben. Erst  nach drei Jahren globetrotten von unheimlichem Heimweh nach meinem Dialekt, pünktlichen Zügen, der Gemächlichkeit, der höflichen Zurückhaltung und dem knurrigen Stolz geplagt, fand ich meine Heimatliebe. Das Reiben an anderen Kulturen – auch europäischen – hat mir gezeigt, wie sehr ich Schweizer bin.

Ab wann ist man Schweizer?

«Du als halber Ausländer kannst nicht stolz sein, ein Schweizer zu sein! Das ist nicht wirklich deine Heimat», höre ich da von selbsternannten Eidgenossen. Dann frage ich mich, worauf diese Patrioten wirklich stolz sind. Dieses Gefühl muss ja irgendwo in der realen Welt verwurzelt sein. In den drei Urkantonen? Und bei den Kriegen zwischen den einzelnen Kantonen, wer waren da die «richtigen» Eidgenossen? Und wie sah es bei den Schweizern aus, die sich auf den Schlachtfeldern Europas als Söldner gegenseitig für Geld und verschiedene Herren abschlachteten? Ab wann darf man sich Schweizer nennen?

Man ist Schweizer durch Kultur. Die gesellschaftliche Mentalität hat wenig mit dem genetischen Erbe zu tun. Ich hab hier gelernt, dass man bei Streitigkeiten so lange diskutiert, bis beide gelangweilt und genervt einem Kompromiss zustimmen. Man macht die Dinge hier nicht «halbpatzig», man ist Teil der Gemeinschaft, und nimmt Verantwortung wahr. Man jammert über Steuern, aber entscheidet gemeinsam, wofür sie ausgegeben werden. Hier in der Sicherheit und im Wohlstand der Schweiz wurde mir mitgegeben, dass eine Gesellschaft daran gemessen wird, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht. Hier habe ich meine grundsätzlichen ethischen Werte und mein soziales Verantwortungsgefühl verinnerlicht.

Vielleicht sollte ich hier erwähnen, dass die ersten dokumentierten Stocker – so hiess meine Mutter vor der Heirat – aus meinem Familienzweig 1386 das erste Mal erwähnt wurden. Sie kämpften und fielen in der Schlacht von Sempach. Ich bin kein Historiker, deshalb ist mir nicht ganz klar, ob sie auf der richtigen Seite standen. Aber egal, damals kämpften eh noch alle heutigen Kantone kreuz und quer durcheinander. Also, nach jedem irgendwie denkbarem Massstab bin ich dann wohl Urschweizer.

Meine Schweiz, deine Schweiz

Das Verhältnis zwischen Patriotismus und Geschichte ist sowieso immer etwas zerrüttet. So fand vor ein paar Monaten eine mediale Auseinandersetzung um die Deutung der Schlacht bei Marignano statt. Als ob eine primitives Gemetzel zwischen mittelalterlichen Schlächtern im Jahre 1515 irgendetwas mit der Identität als Schweizer zu tun hätte. Als ob «DIE FREIHEIT» damals mit blutigem Schwert und organisiertem Morden erkämpft worden wäre. Das Blutvergiessen scheint vielen Patrioten denn auch wichtiger als elementare Meilensteine der Schweizer Geschichte. Zum Beispiel kennt kaum einer die von einem Freimaurer mitentworfene Verfassung von 1848, die auf die Sonderbundskriege – sich gegenseitig umbringenden «Eidgenossen» – folgte und erst die heutige Schweiz mit ihrer Vielfalt und ihrem Reichtum möglich machte. Danach gabs keinen Krieg mehr auf Schweizer Boden. Das wär doch mal ein Grund, stolz zu sein.

Aber auch in der jüngeren Geschichte pflegen die selbsternannten Patrioten eine selektive Wahrnehmung. So wärmen sie sich heute nostalgisch an der Reduit-Romantik der Kriegsjahre und ignorieren gleichzeitig, dass wir damals auch die Juden an der Grenze wieder in die Lager der Deutschen zurückschickten und in Nazi-Gold badeten. Das Bild der Schweizer Geschichte, die blutige Romantik, ist nicht natürlich entstanden, sondern wurde vor dem 2. Weltkrieg sorgfältig konstruiert, um aus einem Land, das aus den verschiedensten regionalen Identitäten besteht, eine Einheit zu schmieden. Patriotischer Theaterdonner.

Ironischerweise kommt aber die stärkste Abwertung der heute real existierenden Schweiz aus den Reihen der rechten Patrioten. Durch die Angst, ihr konstruiertes Bild der Schweiz könne widerlegt werden, fokussiert sich die Ablehnung auf alles in der realen Schweiz, das nicht ihrem Bild entspricht. In erster Linie ist das der Staat, der ihnen Sicherheit und Wohlstand garantiert, danach kommen die anderen politischen Kräfte, die in den letzten 150 Jahren die Schweiz mitgestaltet haben. Man sieht selten soviel Hass gegenüber der altehrwürdigen Schweizer Institutionen wie aus den Reihen der selbsternannten Patrioten. Offenbar liebt man nur kleine Teile der Schweizer Identität und spricht den anderen das Schweizerische ab.

Patriotismus und Heimatliebe unterscheiden sich wie Verliebtsein und Liebe. Während das Eine auf Projektion der eigenen Vorstellungen auf das Objekt der Zuneigung beruht, benötigt das Andere die volle Kenntnis des Geliebten. Man kann nur lieben, was man auch wirklich kennt.

Die Nestbeschmutzer

Viele meiner linken Kollegen in meinem Alter haben Mühe damit, zu ihrem Heimatland zu stehen. Es ist für viele noch immer anrüchig, die Schweiz als Staat und als Heimat zu lieben und zu loben. Gerade in intellektuellen Kreisen und unter Kulturschaffenden fokussiert man sich gerne auf die Dinge, die in der Schweiz schieflaufen.

Es ist das Kreuz der Idealisten, dass sie das Beste erreichen wollen, und nicht das Bestmögliche. Auch linke Utopien sind mit den Menschen, die wir nun mal sind, selbst in der Schweiz nicht umzusetzen.

Geistige Landesverteidigung 2016

Natürlich werde ich wegen meines arabischen Namens (ich bin Ex-Katholik und sowas wie ein atheistischer Lifestyle-Buddhist) in letzter Zeit auch auf die Terrorattacken und den sogenannten «Kampf der Kulturen» angesprochen.

Und natürlich gibt es nur eine Schweizerische Antwort darauf: Der Kampf findet zwischen antidemokratischen Kräften und der freiheitlichen Demokratie statt, nicht zwischen Kulturen. Wer immer demokratische Grundrechte wie Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Trennung von Kirche und Staat, Menschenrechte und Mitbestimmungsrecht des Bürgers in Frage stellt, ist ein Feind der Schweiz. Egal, an was er glaubt, wie überlegen oder wie demokratisch legitimiert er sich fühlt.

Die Schweiz ist keine romantische Ansammlung von Geschichten, die durch einen Grenzzaun zusammengehalten werden. Die Schweiz ist eine funktionierende Idee. Sie kann nur dann sterben, wenn die Menschen nicht mehr in sie vertrauen.

(Dieser Text wurde vom zuständigen Redaktor wieder aus der Sonntagszeitung geworfen, weil er seiner Ansicht nach zu links war, die Pointen zu komplex für seine Leser und ich zu wenig unterwürfig in meiner Antwort auf seine Kritik.)

27 Gedanken zu “Zum 1. August: Patriotismus vs Heimatliebe

  1. Gut geschrieben, was kommt da weshalb wem in die Quere? Bin froh, dass der Autor keine Anzeichen von Uberassimiliertheit zegt sondern wie ein muendi
    ger moderner Mensch authentisch ist! Sehe eine positive Haltung zu Schweiz, so what?

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  2. Kein leichtes Thema. Gerade weil derzeit durch die Flüchtlinge sich viele aus der rechten bzw. der besorgten Ecke zu Wort melden.

    Ich habe mit Patriotismus nichts am Hut, ich bin mehr oder weniger zufällig in D-land geboren.
    Darauf bin ich weder stolz noch sonst was.
    Allerdings bin ich froh, dass ich als Frau in D-land geboren bin und nicht in Indien oder Afrika, wo eine Frau nichts zählt.

    Anfeindungen sind mir nicht fremd, ich laufe mit einem jüdischen Namen rum, das fordert auch nicht wenige auf, mich darauf hinzuweisen, dass man mich wohl vergessen hätte, zu vergasen 😦

    Die ewig gestrigen sterben leider nicht aus.

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  3. Gut geschrieben.
    ich nenne mich trotzdem eidgenossin, den schweizer gibt es genug die sich nicht mit der kultur unseres landes anpassen wollen/können!
    Darum nenne ich mich eidgenossin!

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  4. Es ist leider so: Man ist (als NoN Native CH-ler) in der Regel „verspannt“ wenn man seine Herkunft mitteilt. In der Regel wird darüber meistens eine „entsprechende“ Bemerkung gemacht.

    Ein Polizist sagte mir mal (im Ernst); Ich sehe gar nicht so aus ob ich Kosovar wäre! Da dachte ich: Damned..!! 😂

    Eidgenossen: Wir sind hier, wir sind gerne hier, CH ist unser zu Hause geworden und leisten gerne unser Beitrag. Wie El Arbi sehr gut sagt: Weil CH eine funktionierende Idee ist.

    Ich denke mal: Niemand will wirklich die Ausländer raus haben (ausser einige natürlich ;)) und CH ins 1291 zurückversetzen oder…Nostalgie hin oder her ;).

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  5. Diese tolle Rede hätte sich wirklich gut in der Sonntagszeitung gemacht (immerhin müssen wir uns jetzt nicht mit dem medialen Aufschrei der Eidgenossen während der nächsten Tagen abmühen). Jedes Entlarven der Doppelmoral ist begrüssenswert – gerade auch bei einer 1. August-Rede. Allerdings ist diese Doppelmoral nicht nur während den Weltkriegen zu finden, welche wir ja nur mässig aufgearbeitet haben (Formel: Neutralität = alles gut gemacht), sondern noch heute müssen wir anerkennen, dass unsere „Freiheit“ und unser Reichtum nicht viel mit Schlachten zu tun hat, die Jahrhunderte zurückliegen, sondern dass wir noch heute andere Länder ausbeuten oder höchst erfolgreich Waffen in Kriegsländer exportieren.
    Die Schweiz, auf die ich stolz wäre (wenn man überhaupt von Stolz in Zusammenhang mit einem abstrakten Gebilde wie einem Staat sprechen kann), ist eine Schweiz, die ihre Verantwortung als Wohlstandsland tatsächlich warhnimmt und den Schwächeren hilft, egal ob Einheimische (und damit meine ich nicht jene „armen“ Vorstadtsfüdlibürger in ihrem Einfamilienhaus, die sich über die zu hohe Entwicklungshilfe erzürnen), Flüchtlinge oder Menschen in Entwicklungsländern. Ich bin eher stolz auf die Menschen, die dieser Staat hervorbringt. Menschen, die sich in Nationalfeiertags-Reden eben nicht im Wohlstand sonnen, sondern den Weg aufzeigen, der dieses Land und seine Bevölkerung noch zu gehen hat.

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  6. Gefallt mir, auch wenn ich nicht mit ganz allem was geschrieben wurde einverstanden bin. Ich fuhle mich als Schweizerin, auch wenn ich schon langer in Neuseeland lebe als in der CH (bin als junge Erwachsene ausgewandert). Ich finde jeder soll selber entscheiden als was er sich erkennt.

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  7. Eidgenosse zu sein ist nobler Begriff: eben offen für alle, die aufgenommen werden, dazu gehört ein Willensakt, ein Übereinkommen vom Einzelnen mit der Gemeinschaft …. Bei den Allemannen kann ähnlich definiert werden, dass „alle Mannen“ darunter verstanden werden, die „dazu gehören“, dh. Offenheit für Beitretende, aber auch verpflichtend mit der Gleichstellung unter Gesetzen und Bräuchen, ein eigentümlich egalitärer, herrschaftsfreier Verbund von verantwortungsbewussten Angehörigen, es sind bestenfalls Wahlverwandte, ohne Privilegien, nur Meriten lässt man noch gelten, die sind aber nicht vererbbar.
    Der Ursprung dieser Gruppierung liegt im Dunkeln, sie hat sich im Laufe der Geschichte einfach gefunden, ausgehend vom Elberaum, archäologisch nicht nachweisbar, war erfolgreich aufgrund ihres herausragenden Gemeinsinns und besonderen Engagements und Begabung in politischen Dingen.

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  8. In Österreich wird dzt. vor allem von rechtspopulistischen bis -extremen Kreisen oft die schweizer Demokratie als vorbildlich und nachahmenswert angeführt. Gemeint ist damit meist,dass es schwierig ist Schweizer zu werden. Dass Österreich im Vergleich zu viele Flüchtlinge aufnimmt. … Danke für einen Einblick in die Thematik aus schweizer Sicht. Parolen gegen Ausländer die angeführt wurden sind in Ö ebenso zu hören. Und leider ist in den letzten 30 Jahren eine erschreckende Steigerung in der Akzeptanz dieser Ausländer-Raus Polemik zu verzeichnen.

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    1. Die meisten Nicht-Schweizer, die die direkte Demokratie in der Schweiz loben, haben den Unterschied zwischen „Demokratie“ und „Diktatur der Mehrheit“ nicht verstanden.

      Das wirklich Herausragende an der Schweizer Demokratie ist, dass Mehrheitsentscheide immer so umgesetzt werden, dass auch die Minderheit gut damit leben kann. Erst wenn alle ein wenig unzufrieden mit der Lösung sind, ist der Demokratie genüge getan.

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  9. Ich finde, dass man gerade den Begriff „Patriotismus“ nicht der SVP überlassen darf! Ich bin bezeichne mich als Patrioten, aber nicht als Nationalisten. Ich schätze die Schweiz, aber vergöttere sie nicht, sehe auch ihre Schwächen, dass wir gut, aber alles andere als perfekt sind und von anderen Ländern lernen können.

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  10. Ich verwende, um den Unterschied zwischen „Diktatur der Mehrheit“ und „direkter Demokratie“ zu verdeutlichen folgendes Bild: stell dir vor, die Mehrheit der Waldtiere hat entschieden, den Waldteich trocken zu legen. Nur die Fische waren dagegen.

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  11. Wenn ich so darüber nachdenke, als was oder wen ich mich fühle, dann kommt an erster Stelle: Als M e n s c h. Nicht so sehr als „nicht Tier“, sondern mehr so, dass „Mensch“ ein Ehrentitel ist, den man sich durch viel Training verdienen muss und kann. Jesus hat vor zweitausend Jahren in seinen „Seligpreisungen“ die wichtigsten Trainingsziele angegeben: Selbstbescheidung (Demut), Mitmenschlichkeit (Trauerfähigkeit), Barmherzigkeit, Sanftmütigkeit, Friedfertigkeit, Aufrichtigkeit (reinen Herzens) und die Fähigkeit, allen g e r e c h t zu werden, die den eigenen Weg kreuzen. Nach „Mensch“ fühle ich mich als „Hochdorfer“, weil ich dort den grössten Teil meines Lebens verbracht habe (bin 21jährig aus der BRD nach Zürich gekommen, um dort Theologie zu studieren und bin in CH hängen geblieben). „Deutschland“ und „Schweiz“ sind mir beide zu abstrakt, um mich als Deutscher oder als Schweizer zu fühlen und zu definieren. Das dritte wäre „Christ“. Aber in fast fünfzig Jahren intensiver Beschäftigung mit dem „historischen Jesus“ habe ich immer stärker die Kluft zwischen dem erkannt, was der J e s u s wirklich gesagt und dem, was der selbst ernannte „Apostel Jesu“ namens Paulus daraus gemacht hat und was die Grundlage und „Botschaft“ der Kirche(n) seit fast zweitausend Jahren ist. Nun nenne ich mich „Jesuaner“ – und das ist meine eigentliche Identität: Ich l i e b e – alles, was lebt, inklusive mich selbst. Und das reicht mir als Identität vollauf.

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  12. Solche Artikel wie der Obige sind immer mal wieder in den Medien zu hören/lesen. Über Ausländer, die sich gegenüber Schweizern, Schwulen, Juden etc. genauso primitiv verhalten, liest man nichts dergleichen. Immer liegt der Fokus auf sich schlecht benehmende Schweizer und so wird suggeriert, dass diese das grosse Problem bilden. Bei den Ausländern jedoch ist die Quote der sich asozial verhaltenden meiner Erfahrung nach höher. Dies wohl aufgrund der schlechten Bildung sowie Integrationsproblemen oder Integrationsverweigerung.

    Ach ja und bezüglich Rassismus, der in den letzten zehn Jahren zugenommen haben soll: Ich denke nicht, dass er zugenommen hat, sondern dass er durch Facebook und Co. sichtbarer geworden ist.

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    1. Hm, und was genau hat das mit dem Schweizersein zu tun?

      Ausser, dass Sie hier wie im Kindergarten „Aber die Anderen haben such …“ haben rufen können?

      In den „Medien“ wird jede kriminelke Tat eines Ausländers breitgewalzt. Dieselben Taten von Schweizern mit Schweizer Namen tauchen nie auf.

      Und die Ausländer haben noch nie versucht, meine Schweiz mit ihrem Fremdenhass und ihrer Furcht zu vergiften.

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      1. Was das mit dem Schweizersein zu tun hat? Fragen Sie den Autor. Er hat von den Fremdenfeinden geredet und ich habe darauf Bezug genommen.

        Es war mir von Anfang an klar, dass eine freche Antwort zurückkommen muss. Das sind sie eben, die Linken. Keinen Deut besser als die Rechten. Ihr werft Rechtsaussen – häufig zu Recht – viele Dinge vor, um es ihnen danach nach zu machen. Oder wie kommt es, das Sie mir das Wort im Munde umdrehen. Ich habe nicht geschrieben, primitives Verhalten von Ausländern würde das primitive Verhalten von Schweizern rechtfertigen. Ich habe geschrieben, das primitive Verhalten der Ausländer würde zu wenig thematisiert.

        Ja, Straftaten bringen die Medien – auch von den Schweizern. Siehe z.B. Rupperswil. Diese lassen sich auch nicht unter den Teppich kehren. Ich habe aber von „Texten wie den Obigen“ geschrieben. Häufig kriegen Ausländer oder Secondos genau solche Medienpräsenz und betonen dann, wie schwer es ist, unter diesen bösen xenophoben Schweizern zu leben. Bringt mal Schweizer, die von Ausländern Diskriminierung erfahren haben. Wann kritisiert der erste Linke mal primitive Ausländer? Und wann sagt der erste Linke einmal etwas positives über die Schweiz? – jetzt abgesehen von der Tatsache, dass es hier Ausländer gibt. Den Medien vorwerfen, einseitig zu berichten, und was macht ihr?

        „Und die Ausländer haben noch nie versucht, meine Schweiz mit ihrem Fremdenhass und ihrer Furcht zu vergiften.“ Wie lächerlich. Vor allem wie Sie verallgemeinern – eben wie es die Rechten auch tun. „die Ausländer“ schreiben Sie. Ach so, es gibt keine Ausländer in der Schweiz, die hassen – keinen einzigen. Und was ist z.B. mit den Hasspredigern, hassen die nicht Fremde? Und allgemein, gibt es keine Ausländer, die Schweizer, Schwule, Juden etc. hassen?

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  13. Großartig! Merke erst jetzt, dass ich schon lange auf diesen Text gewartet habe. Dass die Sonntagszeitung so etwas nicht druckt, ist mehr als ein Armutszeugnis. Es ist ein Alarmsignal. Bin hoffentlich nicht die Einzige, die sich darüber aufregt!

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  14. Ich bin der Autor. Und wirklich: Ausländer haben wenig mit dem Heimatverständnis eines Schweizers zu tun. Rein logisch nicht.

    Aber Sie können trotzdem weiter so tun.

    Ich warte eigentlich nur nich auf „Ich bin ja nicht fremdenfeindlich, aber ….“

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