Offener Brief an die SVP-Wähler

Liebe SVP-Wähler

wieder einmal hat ein SVP-Politiker, also einer der Menschen, die ihr wählt und die eure Partei in der Öffentlichkeit vertreten, extrem rassistische Kackscheisse verbreitet. In einem Sprach-Overlay einer Szene aus dem Film «300» hört man eine Stimme sagen «Asyl? Sicher nöd in Buebike, du Scheiss-Neger». Daraufhin wird der Schwarze in eine Grube getreten.

Ich weiss, dass die meisten SVP-Wähler und SVP-Politiker keine rassistischen Arschlöcher sind. Ich kenn persönlich einige SVP-Politiker und Wähler, ganz anständige Menschen, die zwar politisch nicht auf meiner Linie stehen, mit denen ich aber ohne Probleme auch mal lachen oder diskutieren kann, ohne Groll.

Ich weiss auch, dass die SVP keine «Nazi»-Partei ist. Rechtspopulistisch, oft faktenfrei und meist fremdenfeindlich, klar. Aber eben, viele SVPler sind grundsätzlich anständige Menschen und keine hassgeifernden Rassisten.

Das Problem ist nicht, dass alle SVPler Rassisten sind. Das Problem ist, dass alle Schweizer Rassisten und Nazis die SVP super finden. Und nicht nur die Schweizer. Auch der Schlächter Breivik hat die SVP lobend in seinem Manifest erwähnt. Einige der SVP-Politiker treten an klar rechtsradikalen Veranstaltungen in Europa auf, Blocher verteidigt ein Konzert, bei dem 5000 Nazis immer und immer wieder «Heil Hitler» schreien und den Nazigruss zeigen. Es sind nicht die Gegner, die ihr euch würdig verdient habt, die euch immer wieder in Schwierigkeiten bringen. Es sind die widerlichen Freunde und Fans, die euch oft als eine Partei von seelisch kaputten, verhetzten Hasskappen dastehen lassen.

Ihr seid eine wichtige, grosse Schweizer Partei. Ihr bestimmt oft die politische Agenda. Aber habt ihr es als Schweizer wirklich nötig, eure Partei von solchen Personen vertreten zu lassen? Es ist eure Partei, ihr seid die Basis, ihr bestimmt, wie eure Partei Politik machen soll. Und ich glaube wirklich nicht, dass die Mehrheit von euch herzlose Widerlinge sind.

Aber um nicht so wahrgenommen zu werden, müsst ihr euch gegen den Dreck innerhalb und ausserhalb eurer Partei wehren. Genau wie die SP sich von den 1.Mai-Randalierern klar abgrenzen muss, seid ihr dafür verantwortlich, dass man euch nicht als Nazi-Partei wahrnimmt. Vorallem wenn man berücksichtigt, dass die Rassisten und Neonazis um einiges schlimmer sind als die paar Bubis, die an einer Demo randalieren.

Aufgrund solcher Idioten wie dem SVP-Vorstandsmitglied von Rüti werdet ihr, liebe SVP-Wähler, alle als Rassisten, Unmenschen und vom Hass verkrüppelte Vollidioten wahrgenommen und dargestellt. Aber die Art, wie man euch in der Öffentlichkeit wahrnimmt, liegt in eurer Hand. Ihr wählt eure Vertreter.

Ein schönes 2017 wünsch ich.

12 Gedanken zu “Offener Brief an die SVP-Wähler

  1. Hallo Reda

    Die SVP Rüti hat sich klar von diesem Video distanziert. Das, was du also forderst, wurde bereits gemacht. Ich möchte im folgenden noch auf zwei weitere Punkte deines Artikels eingehen, die meiner Meinung nach nicht so eindeutig sind, wie du sie beschreibst.

    1. „Rechtspopulistisch, oft faktenfrei und meist fremdenfeindlich.“ – Politische Forderungen, die nicht der eigenen Meinung entsprechen, als populistisch zu bezeichnen, halte ich für etwas sehr einfach. Es gibt etliche Forderungen von linker Seite, die aus meiner Sicht jenseits sind. Dennoch akzeptiere ich, dass jemand diese Meinung haben kann. Gefährlich ist, wenn man sich als Kenner einer höheren Wahrheit sieht und gewisse Meinungen nicht zulässt.
    Für „faktenfrei“ wären ein paar Beispiele angebracht. „Fremdenfeindlich“ ist ein relativ offener Begriff. Du verstehst wahrscheinlich was anderes darunter, als ich.

    2. „Blocher verteidigt ein Konzert, bei dem 5000 Nazis immer und immer wieder «Heil Hitler» schreien und den Nazigruss zeigen.“ – Blocher hat dieses Konzert verteidigt, weil er der Ansicht ist, dass Gesetze eingehalten werden müssen und es offenbar an diesem Konzert zu keinerlei Ausschreitungen oder ähnlichem gekommen ist, was man von der 1. Mai-Demo wohl nicht behaupten kann. Ob die „Neonazis und Rassisten“ – um bei deiner Wortwahl zu bleiben – schlimmer sind als die paar „Bubis“, sei somit dahingestellt.

    Patrik

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    1. Ok, das Feiern vom Holocaust und dem Massenmord an Millionen ist für dich weniger schlimm als etwas Randale an einer Demo.

      Das sagt nichts über die linken Krawallmacher, aber alles über deine ethischen Werte. Sollte man vielleicht mal einen jüdischen Verband drauf aufmerksam machen. Aber erst, wenn ich fertig gekotzt habe.

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  2. Das habe ich weder geschrieben noch gedacht! Meiner Meinung nach hat es schlicht wenig Sinn, Gedankengut zu verbieten respektive Leute dafür zu bestrafen, solange – und das ist der wichtige Punkt – es reines Gedankengut bleibt und nicht zur Realität wird. Ich war an dem Konzert nicht dabei und weiss nicht, was genau der Inhalt war. Vielleicht kannst du mich ja genauer darüber aufklären und sagen, wieso man das hätte verbieten sollen.

    Und gerne würde ich auch noch wissen, was du meinen vorherigen Punkten zu sagen hast.

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    1. Zitat: “ Ob die „Neonazis und Rassisten“ – um bei deiner Wortwahl zu bleiben – schlimmer sind als die paar „Bubis“, sei somit dahingestellt. “

      Ethik ist nicht gleich Recht.

      Und ich sage nicht, dass man es verbieten soll (sonst bleibt der Dreck ja im Untergrund).

      Ich sage, dass man solche verfickten Arschlöcher als das Brandmarken muss, was sie sind.

      Und nicht mit solch widerlichem Relativismus rechtfertigen, wie Sie das gerade machen.

      Was den Rest angeht: Sie verteidigen eine Seitenlinie, um sich nicht wirklich mit dem Inhalt des Posts auseinanderzusetzen: Nazis und Rassisten finden die SVP wegen deren Äusserungen geil. Und niemand hat die Eier, sich gegen sie zu äussern.

      Ich, als Linker, äussere mich klar und unaufgefordert gegen linke Gewalt.

      Also seid ihr für die widerlichen Arschlöcher und Rasssisten in euren Reihen verantwortlich.

      Sobald diese Sache geklärt ist, werde ich mich auf eine politische Diskussion einlassen.

      Solange Sie aber noch den Nazis und Rassisten die Eier schaukeln, haben Sie einfach nicht die moralische Integrität für eine Diskussion.

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  3. Als Berner Regierungsrat und SVPler bin ich fürs Erstellen von Plätzen für Fahrende verantwortlich – und erstaunt wieviele (um es in Redders grossen Gestus zu sagen) verfickte Arschlöcher auf linker Politseite rumschwirren. Darum lieber Redder, mit solch unterirdischer Ausdrucjsweise sich selber als moralische Autorität anpreisen zu wollen zeugt von wenig Stil.

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    1. Lieber Christoph,

      „die Anderen haben auch“ ist ein Kindergartenargument und entschuldigt gar nichts. Die SVPler sind nicht für die linken Arschlöcher verantwortlich. Sie sind aber selhr wohl für die Rassisten und Nazis in ihren eigenen Reihen verantwortlich.

      Und Sie würden wohl eher ihre Zunge verschlucken, als zuzugeben, dass ihre Partei ein Nazi- und Rassistenproblem hat.

      PS: Wenn Sie meine Ausdrucksweise mehr aufregt als einer ihrer Kollegen, der „Scheiss-Neger“ postet oder Nazis, die an Konzerten „Heil Hitler“ schreien, dann kann ihnen auch niemnand mehr helfen. Sorry, dann müssen Sie weiter mit dem Menschen leben, der Sie sind.

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  4. Ich kann diesen Schwachsinn nicht mehr hören. Sämtliche SVP-Wähler sind scheinbar Rassisten und sonst noch weiss ich was hier ihnen angedichtet wird und alle anderen Wähler der anderen Parteien sind unschuldige Lämmer. Hört doch einmal auf mit diesem politischen korrekten Blödsinn. Wir sind alles Menschen, ob Frau oder Mann, ob schwarz oder weiss oder sonstwie multikoloriert. Ich warte nur noch, dass weisse Schneemänner rassistisch sind. Ich muss ihnen wohl noch Pech drüber leeren, damit sie schwarz gewaschen werden. Es scheint mir, dass ein ziemlich grosser Teil unserer Gesellschaft die Realität verloren hat. Glaubt ihr wirklich, dass die Anhänger der SVP rassistischer sind als die eingewanderten Afrikaner?

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    1. Es würde Ihnen vielleicht helfen, wenn Sie den Text LESEN würden und nicht einfach rumsabbern. Explizit steht da, dass die MEISTEN SVPler eben KEINE Rassisten sind.

      Und, leider, sind Sie auch noch ein Arschloch. Mit ihrem Schneemann-Vergleich verschtärken Sie die „Scheiss-Neger“-Aussage auch noch.

      Fällt es Ihnen wirklich so verdammt schwer zu sagen „Nein, wir wollen keine Rassisten und Nazi-Arschlöcher in unserer Partei!“?

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  5. Treffend! Zwei Bemerkungen. Mit dem Wort „Nazi“ tue ich mich schwer. Die Verniedlichungsform von Nationalsozialist passt irgendwie nicht. Höre ich Nationalsozialist muss ich an Karrieristen wie beispielsweise Reinhart Heydrich oder Hans Frank denken. Wenn ich mir die dümmlich, gröhlenden Massen an Rechtsrockkonzerten vorstelle (was mir äusserst schwer fällt), passt das mit dem Nazionalsozialist irgendwie nicht. Das sind wohl eher Leute die aus mangelndem Selbstwert und nicht vorhandener positiver Orientierung, irgend einer, mit pseudoreligiösem und völkischem Kitsch verzierten dubiosen Führerfigur hinterherhecheln. Ich denke nicht, dass solche Leute eine Ahnung davon haben, was im 3. Reich für unfassbare Verbrechen geschehen sind. Die SVP hat mit der Assimilation aller Parteien und Organisationen rechts von sich eine ganze Menge Mist aufgegabelt. Diese Leute sind oft ungebildet oder ideologisch dermassen aufgeladen, dass sie dümmlich und ungebildet wirken. Hier braucht es seitens der Parteileitung einen deutlichen Schnitt, sonst wird sie für den/die durchschnittlichen bürgerlichen Wähler/in nicht mehr wählbar. Für eine ausgewogene Politik braucht es aber alle vernünftigen Kräfte.

    Bezüglich der Schweizerischen Sozialdemokratie: Leider ist das Bekenntnis gegen Linke Gewalt lau und mau. Die JUSO beispielsweise ist im wesentlichen ein Haufen verblendeter und vor sozialkitsch triffender, marxistischer Ideologen. Zudem genauso Rassistisch wie ihre rechten Gspändli. Dazu kommt noch der offen zur Schau getragene Antisemitismus. Ebenfalls wohl alles geboren aus jugendlichem Unsinn, Unwissen, Langeweile, der Lust an der Provokation usw. Insgesammt die selbe unsympathische Mischung wie ihre braunen Brüder und Schwestern. Eine Auseinandersetzung mit den Verbrechen die mit der roten Fahne in der Hand verübt wurden, würde den Genossen/innen gut anstehen. 100e Millionen ermodeter, gefolterter, verhungerter und jämmerlich verreckter Kinder, Frauen, Männer und deren Nachkommen in den Sozialistischen Sowietrepubliken, in allen ehemaligen Warschauer Pakt-Staaten und in China warten bis heute auf eine Aufklärung , in der Art wie es Deutschland bezüglich seiner unrühmlichen Vergangenheit tat und weiterhin tut.

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