SVP hasst Schweizer Italos? In Burkas?

Giovanni will auch am Arbeitsplatz Burka tragen!

Giovanni will auch am Arbeitsplatz Burka tragen!

Die kampagnenführenden SVPler gegen die erleichterte Einbürgerung scheinen ihre eigene Wählerschaft für Vollidioten zu halten. Diesmal lügen sie bewusst ihre Wähler an. Glarner und seine Kollegen werben mit einem Burka-Plakat (wieder in gefälligem 30er-Jahre-Layout der Agentur Goal) gegen die erleichterte Einbürgerung.

Nur: 60 Prozent der Menschen, die von der erleichterten Einbürgerung profitieren könnten, sind Italiener der 3. Generation. Dazu noch einige Deutsche, Franzosen und Amis oder Engländer. Und ein paar Türken und Leute aus Ex-Jugoaslawien, die aber zahlenmässig vernächlässigbar sind, weil die meist noch kein Anrecht auf erleichterte Einbürgerung haben.

Also, es geht nicht um Migration, Füchtlinge aus Nordafrika oder sonst irgendwelche Fremden, die ihr schon mal grundsätzlich hasst. Es geht um Italiener, deren Grosseltern bereits in die Schweiz eingewandert sind.

Da frage ich mich, was die Burka auf dem Plakat soll. Ich kenne kaum einen Italo der dritten Generation, der hier Burka trägt. Oder in die Moschee geht. Ich kenn nicht mal Italiener in Italien, die Burka tragen. Hat vielleicht damit zu tun, dass Italien ein KATHOLISCHES Land ist? Nicht?

Also, liebe SVP, wenn ihr schon gegen Italiener hetzen wollt, gegen die Kinder eurer Arbeitskollegen (oder gegen eure Lehrlinge und Mitarbeiter), dann wenigstens richtig!

Mach ein «Spaghetti-Fresser»-Plakat. oder ein «Keine Tschinggen in der Schweiz»-Plakat. Es ist extrem beleidigend, wenn ihr unsere lieben Italos einfach mit allen anderen Fremden, die ihr hasst, in einen Topf schmeisst.

Wenn schon Fremdenhass über drei Generationen, dann wenigstens professionell.

PS: Ich glaub übrigens nicht, dass eure Wählerschaft dumm, verängstigt oder einfach böse genug ist, um euch den Dreck abzukaufen.

5 Gedanken zu “SVP hasst Schweizer Italos? In Burkas?

  1. Und wieder fallen alle Journalisten in ihrer Empörung auf die $VP rein und vermelden das Sujet breit (hier sogar auf privaten Kanälen). Wacht endlich auf: Das ist TEIL IHRER KAMPAGNE! Die rechnen damit, mit eurer Empörung. Gratis-Werbung, sie sparen so aktiv Inseratekosten. Es ist genau das, was die Rechtspartei will. Schon mal an Ignorieren gedacht? So zur Abwechslung? Es würde niemanden stören, im Gegenteil: Es wären euch alle dankbar und es würde sich nicht mal auf eure Glaubwürdigkeit niederschlagen (file under: Gewichtung/Einordnung).

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  2. Ach, danke, Reda. Es tut einfach gut, wenn Klartext gesprochen wird.
    Ich hatte einmal die Gelegenheit, in einer Podiumsdiskussion den netten und aalglatten Herrn Segert (Agentur Goal) kennenzulernen und ihm einige (kritische) Fragen zu stellen. Er wich nur aus, und meinte, ‚die Schweiz‘ dürfe froh sein, dass er für die SVP den Themen, die dem Volk unter den Nägeln brennen, Sujet und Form gebe. (… … ??!!).
    Auf meine Einwand, dass es schwierig sei, ein Thema, das er als Primer (! *) unter der ethischen, politischen (etc.) Gürtellinie positioniere, für einen konstruktiven und differenzierten Diskurs wieder darüber anzuheben, wusste er nichts anderes zu sagen, wie was ich oben von ihm zitierte.
    Offenbar möchte er sich selber nicht einbürgern lassen. – Oder ist er es etwa schon?
    * Wie wär es denn, wenn eine andere Partei der SVP mal diesen Primer-Effekt abluchsen würde. Das ist etwas vom Wenigen, was Herr Segert wirklich gut kann.

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  3. Ich habe mich noch nicht umfassend mit der Initative befasst, doch gehe ich davon aus dass ein Gesetz erlassen werden soll, damit Ausländer der dritten Generation vereinfacht eingebürgert werden und nicht ein einmaliges Ereignis. Das Gesetz hat somit fortbestand für Jahrzehnte bis es allenfalls wieder abgeschafft wird mit einer neuen Initative. Somit ist die Kampagne nicht irreführend.
    Zudem wenn italos der driten Generation Interesse an der schweizer Staatsbürgerschaft haben wird wohl niemand einer Einbürgerung wiedersprechen.
    Zusammengefasst: Der Verfasser dieses Artikels denkt kurzfristig, die SVP in diesem Fall Langfristig.

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