Kriegsgeschäfte, Gier & Ethik

Der Bundesrat will erlauben, dass Schweizer Todeshändler ihre Waffen jetzt auch in Bürgerkriegsländer ausführen dürfen. Vorausgesetzt, dass diese Waffen dann nicht in dem Konflikt eingesetzt werden.

Nein, das ist kein Witz, das ist Realität 2018 im bürgerlich dominierten Bundesrat. Abgesehen davon, dass Schweizer Waffen bereits jetzt in beinahe jedem Konflikt auf diesem Planeten auftauchen, besteht die Frage in Haftung und Kontrolle der völlig birreweichen Voraussetzung.

Da frage ich mich doch, ob wir dann in jedem Konfliktgebiet eidgenössische Kontrolleure haben, die Handgranatensplitter und Kugeln aus Leichen grübeln, um zu überprüfen, ob diese Menschen durch Schweizer Mordinstrumente massakriert wurden? Oder müssen die Käufer jährlich nachweisen, was zu welcher Zeit wo eingesetzt wurde, mit Nachweis der Munition und Videobeweis?

Ihr seht, das Geschäft funktioniert nur auf gutem Glauben. Nur, wie glaubwürdig sind Regierungen, die in einen Bürgerkrieg verwickelt sind? Wie wir aus der Geschichte wissen, ist die Wahrheit immer das erste Opfer eines bewaffneten Konfliktes.

Ein weiteres Argument des Bundesrates ist die essentielle Wichtigkeit der Rüstungsindustrie für die Schweizer Sicherheit.

Whaaat? Ok, wenn mir jemand erklären kann, warum Schweizer Waffen in den Händen einer fundamentalistischen Regierung im Nahen Osten die Schweiz sicherer machen, wär ich echt dankbar.

Aber natürlich ist das nicht die Argumentationslinie. Die führt – wie immer – über Geld. Und dabei geht es nicht darum, die RUAG zu erhalten und so die Versorgung eigener Armeebedürfnisse zu garantieren. Es geht nur um eins: Um Gewinn.

Das wär ok. Kann man machen.  Natürlich ist es für eine innovative Industrie nicht unbedingt notwendig, Diktaturen und Regime, für die Menschenrechte und Demokratie ein Witz sind, mit Todeswerkzeugen zu versorgen. Man könnte auch andere Tätigkeitsfelder ins Auge fassen.

Natürlich nur, wenn man noch einen letzten Funken Ethik und Integrität hat.

Dass die Schweizer Mord-Industrie keine Ethik hat, ist irgendwie im Business immanent. Die können irgendwie nichts dafür, sonst würden sie nicht in diesem Geschäft arbeiten. Sie müssen irgendwie so krasse kognitive Dissonanz aufweisen, damit sie gleichzeitig Leichenberge in Kauf nehmen und trotzdem noch gut schlafen können.

Was mir wirklich auf den Sack geht, ist ein Bundesrat – und viele Parlamentarier – die abgefuckte Scheisslügen brauchen, um das Geschäft mit dem Tod zu legitimieren. Heuchelei und Gier gehen da Hand in Hand.

Liebe Rüstungslobby und beteiligte Politiker,

sagt doch einfach, dass es euch scheissegal ist, wer und wie viele für den Gewinn von RUAG und der Schweizer Waffenindustrie verrecken, solange der Preis stimmt. Das wäre wenigstens ehrlich. Habt ein wenig Selbstachtung, wenn ihr schon weder Ethik noch Verantwortungsgefühl habt.

Und kommt mir jetzt nicht mit „Das ist nicht so einfach, das ist alles viel komplexer!“

Nein, ist es nicht. Es ist einfach: Geld gegen Tod.

Kinderblut im Mörder-Kässeli

Man könnte meinen, der Bundesrat Schneider-Ammann könnte das Wort „Ethik“ nicht mal buchstabieren, wenn er es ablesen könnte. Er und seine Partei wollen, unterstützt von der SVP, Waffen in „Konfliktgebiete“ (sprich: in aktive Kriege) liefern, um für die Schweizer Todesindustrie weitere Gewinne zu ermöglichen. Das hat gerade die sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats unter dem Diktat von SVP und FDP beschlossen.

Nur schon hier könnte man im Strahl kotzen.

Es reicht nicht, dass wir Waffen an die Saudis verkaufen, für die Menschenrechte ein Fremdwort sind, und die noch immer Folter und Köpfen legal in ihrem Justizsystem haben.

Jetzt wollen die beiden bürgerlichen Parteien an den Morden an Frauen und Kindern mitverdienen, die in den unterschiedlichsten Konfliktgebieten an der Tagesordnung sind. „Aber unsere Waffen werden nicht in Konflikten eingesetzt“, kommts da aus der bürgerlichen Ecke.

Hier kotze ich zum zweiten Mal.

Waffen werden in Konflikten eingesetzt. Dazu sind sie da. Das ist ihr einziger Zweck. Und selbst wenn die Waffen nicht direkt in Bürgerkriegen eingesetzt werden: Es ist ein Verbrechen, Waffen an Regime zu verkaufen, die in Bürgerkriegen mitmischen. Es ist Mord. Dass die FDP kein Problem damit hat, Gewinne mit Morden zu machen, ist nicht überraschend. Das steht da sicher irgendwo im Parteiprogramm. Heuchelei kann man den Anbetern des Mammon nicht vorwerfen. Bei der  SVP sieht das schon anders aus.

Hier kotze ich zum drittel Mal.

Es scheint, dass die SVP stark daran interessiert ist, die Krisenherde im Nahen Osten und weltweit am Köcheln zu halten. Hierzulande gehen nämlich die Flüchtlingszahlen zurück und die Partei verliert damit ihr Hauptwahlkampfthema. Ein bisschen mehr Krieg und Zack, die Flüchtlinge kommen zurück. Guter politischer Ansatz. Und so schön im EInklang mit Schweizer Werten (nicht).

Und jetzt kotze ich gleich meine Eingeweide raus.

Sowohl die SVP wie auch die FDP wollen diesen Entscheid keiner parlamentarischen Vernehmlassung unterziehen. Das heisst, sie wollen keine öffentliche Diskussion über ihren Entscheid, mit Schweizer Waffen in Bürgerkriegen mitzumischen. Wahrscheinlich hätten sie die ganze Sache am liebsten während der WM über die Bühne gebracht, damit auch niemand mitbekommt, was für einen menschenverachtenden, bösartigen Scheissdreck sie da durchziehen.

Aber, liebe bürgerlichen Parteien, nicht mit uns. Wir stopfen euch euer Blutgeld wieder in den Rachen.

Und denkt nicht, dass „wir“ nur Linke sind. Auch die Basis eurer eigenen Parteien hält das Verdienen am Töten von Menschen für einen ethisch degenerierten Scheissdreck.

Solltet ihr also bei eurer Entscheidung bleiben, wird es nicht schwer sein, eine Initiative zu lancieren, die die Rüstungsindustrie und deren Lobby brutal in den Senkel stellt. Ein totales Exportverbot für Waffen wäre ein Denkansatz.

Wir lassen uns weder aus den demokratischen Entscheidungsprozessen auschliessen, noch werden wir die Schnauze halten.

Vergesst nicht, wir sind eure Arbeitgeber.